Stadtjugendring Erfurt e.V. ruft zur Teilnahme an Demonstration #nichtmituns auf.

Der Stadtjugendring Erfurt e.V. ruft zur Teilnahme an der Demonstration #nichtmituns auf. Wir begrüßen den Rücktritt von Thomas Kemmerich als Ministerpräsident und verurteilen das Paktieren von AfD, CDU und FDP bei der Ministerpräsidentenwahl. Damit wurde der seit 1945 quer durch alle demokratischen Lager getragene Konsens gebrochen, demokratische Entscheidungsfindung ohne die Mitwirkung von demokratiefeindlichen Parteien durchzusetzen. Die Wahl zum Ministerpräsidenten mit den Stimmen der AfD war symptomatisch dafür, dass Schwarz-Gelb bei der derzeitigen Zusammensetzung des Landtags ohne die Stimmen der AfD keine Mehrheiten erlangen konnte.
Im Zuge der weiteren Regierungsbildung erwarten wir den Konsens aller demokratischen Parteien, sich für eine wehrhafte Demokratie, für Weltoffenheit und Toleranz sowie für Mitmenschlichkeit einzusetzen und gegen alle nationalistischen, rassistischen, antisemitischen, und rechtsextremistischen Tendenzen klar Haltung zu beziehen. Die AfD, insbesondere der in Thüringen beheimatete völkisch-nationalistische Flügel, zeichnet sich durch ein zutiefst menschenfeindliches und autoritäres Gedankengut aus. Daraus ziehen wir die Konsequenz, dass jede Zusammenarbeit mit der AfD innerhalb und außerhalb des Thüringer Landtages ausgeschlossen ist.
Der Stadtjugendring Erfurt freut sich insbesondere über die vielen jungen Menschen, die in der letzten Woche für die Demokratie und gegen eine Verstärkung der Machtposition der AfD im Landtag auf die Straße gegangen sind. Mit dabei waren viele Mitgliedsorganisationen des Stadtjugendrings. Grundlage der Zusammenarbeit im Stadtjugendring ist die gegenseitige Achtung der Mitglieder, unabhängig von deren politischen, religiösen und weltanschaulichen Unterschieden. Er vertritt die Belange von Kindern und Jugendlichen – ein besonderes Anliegen dabei ist die Förderung der gleichberechtigten Teilhabe aller jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft. Der Stadtjugendring tritt seit seiner Gründung konsequent gegen Ausgrenzung und Diskriminierung sowie für eine demokratische, solidarische und friedliche Gesellschaft ein. Das in der AfD verbreitete nationalistische und rassistische Gedankengut steht unseren Bemühungen um eine Gesellschaft, in der sich jeder und jede frei entfalten kann und die gleichen sozialen und politischen Rechte genießt, grundsätzlich entgegen. Auch in der Jugendpolitik der AfD offenbaren sich Positionen, die nicht mit unserem Leitbild vereinbar sind. Für die AfD sind Jugendliche entweder unmündige Kinder, die nicht ernst zu nehmen sind (wie es sich etwa bei dem Widerstand gegen die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre zeigt) oder Erwachsene, welche die Konsequenzen ihres Handelns zu jeder Zeit voll absehen können (wie es sich etwa bei den Forderungen zur Verschärfung des Strafrechts zeigt). 
Wir rufen deshalb alle demokratischen Kräfte auf, sich weiterhin für die Prinzipien der Demokratie und damit auch die der Kinder,- und Jugendarbeit einzusetzen und sich am Samstag, den 15.02.2020 an der Großdemonstration #nichtmituns zu beteiligen.