Oberbürgermeisterwahl2018

Oberbürgermeisterwahl 2018 in Erfurt

Die Mitglieder des Stadtjugendrings Erfurt e.V. und die Beteiligungsstruktur für junge Menschen in Erfurt: BÄMM!, haben zur Oberbürgermeisterwahl gemeinsam eine dreistufige Aktion gestartet:

Stufe 1: Das Memory Quiz

Auf folgender Seite kann ein Memory Quiz absolviert werden. Hier müssen die Fotos der Kandidat*innen mit den Antworten der Kandidat*innen in Verbindung gebracht werden. Wir haben die Kandidat*innen folgendes gefragt:  Nennen Sie drei Maßnahmen, die sie nach einer erfolgreichen Oberbürgermeisterwahl, für Kinder und Jugendliche in Erfurt umsetzen werden. Das Memory-Quiz wird immer neu ausgelost. Es kann solange versucht werden, bis die Lösung gefunden wurde. Für das Memory Quiz haben wir die Antworten der Kandidat*innen redaktionell gekürzt. Die ausführlichen Antworten findet ihr bei der Kandiat*innenvorstellung auf dieser Seite weiter unten.

Stufe 2: Befragung von Kindern und Jugendlichen

Nun wollen wir von den Kindern und Jugendlichen wissen, was Sie machen würden, wenn Sie Oberbürgermeister*in wären? Dazu kann jeder junge Mensch seine Meinung in folgende Umfrage eintragen. Dazu einfach auf Idee hinzufügen klicken und Eure Vorstellungen eintragen.

Stufe 3: Interaktive Veranstaltung mit den Kandidat*innen der OB-Wahl

Mit den Ergebnissen aus der Befragung von den Kindern und Jugendlichen, werden wir die Kandidat*innen im Rahmen einer interaktiven Veranstaltung konfrontieren. Die Veranstaltung findet am 10.04.2018, um 16:00Uhr, im Radio F.R.E.I. in Erfurt statt und wird über die Facebookseite des Stadtjugendrings Erfurt und die Instagram-Seite der Beteiligungsstruktur BÄMM! live gestreamt.

Die Kandidat*innen der OB-Wahl:


Name: Andreas Bausewein

Partei: Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD)

Antwort wurde telefonisch übermittelt. Mehr Informationen: http://andreas-bausewein.de/


Name: Marko Enke

Partei: Freie Demokratische Partei (FDP)

Antwort_Marko_Enke Mehr Informationen: https://www.facebook.com/erfurtneudenken/


Name: Sebastian Perdelwitz

Einzelbewerber der Initiative Mehrwertstadt Erfurt

Antwort_Sebastian_Perdelwitz Mehr Informationen: https://www.facebook.com/mehrwertstadt/


Name: Karola Stange

Partei: DIELINKE

Antwort von Karola Stange Mehr Informationen: https://www.karola-stange.de/oberbuergermeisterin-fuer-erfurt/karola-stange/


Name: Daniel Stassny

Partei: Freie Wähler, Piratenpartei

Antwort von Daniel Stassny Mehr Informationen: https://www.danielstassny2018.de/


Name: Prof. Dr. Alexander Thumfart

Partei: Bündnis 90 /DIEGRÜNEN

Antwort von Alexander Thumfart Mehr Informationen: https://www.facebook.com/alexanderthumfart/


Name: Marion Walsmann

Partei: Christlich Demokratische Union (CDU)

Antwort von Marion Walsmann Mehr Informationen: http://www.marion-walsmann.de/


Warum wird der Kandidat, der Alternative für Deutschland, Stefan Möller nicht vorgestellt?

Aufgrund der aktuellen Positionen, Inhalte und Strategien der AfD zieht der Stadtjugendring Erfurt e.V. die Konsequenz, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten. Uns ist bewusst, dass wir zwischen Inhalten, Partei und Wähler_innen genau unterscheiden müssen, daher stellen wir unsere Position im Folgenden dar:

Die im Stadtjugendring Erfurt vertretenen Jugendverbände und Träger der Jugendarbeit treten für Demokratie, Vielfalt, Chancengleichheit und Menschenrechte ein. Grundlage der Zusammenarbeit im Stadtjugendring ist die gegenseitige Achtung der Mitglieder, unabhängig von deren politischen, religiösen und weltanschaulichen Unterschieden. Der Stadtjugendring Erfurt e.V. fördert und vertritt die Belange von Kindern und Jugendlichen – ein besonderes Anliegen ist die Förderung der gleichberechtigten Teilhabe aller jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft. Der Stadtjugendring Erfurt tritt seit seiner Gründung konsequent gegen Ausgrenzung und Diskriminierung sowie für eine demokratische, solidarische und friedliche Gesellschaft ein. Nationalistisches und rassistisches Gedankengut steht unseren Bemühungen um eine Gesellschaft, in der sich jeder und jede frei entfalten kann und die gleichen sozialen und politischen Rechte genießt, grundsätzlich entgegen.

Diesen Positionen steht das derzeitige öffentliche Wirken und das Programm der AfD unvereinbar gegenüber. In ihrer Position – sogenannte als „Andere“ definierte – Menschen für gesellschaftliche Probleme verantwortlich zu machen und den positiven Bezug auf die eigene Nation als Lösung ebendieser Probleme anzubieten, halten wir nicht nur für sachlich falsch, sondern sie ist mit unseren Grundsätzen unvereinbar. Die AfD tritt verstärkt als rechtspopulistische Partei auf und bietet dabei die gleichen Narrative und Lösungsmuster an, wie es diverse rechtsextreme Parteien tun. Letztere haben wiederum einen positiven Bezug zum Nationalsozialismus, lehnen die Demokratie ab, proklamieren einen Systemumsturz und stützten sich offen auf Rassismus und Antisemitismus. Die AfD formuliert ihre Forderungen öffentlich gemäßigter, um eine breitere Wählerschaft zu erreichen. Das öffentliche Auftreten der AfD erleben wir derzeit als unklar und wechselhaft: Lippenbekenntnisse und öffentliche Distanzierung von Neonazis einerseits, und Gedankenspiele zur Kooperation mit rechtsextremen Parteien, rassistische, völkische und menschenfeindliche Ressentiments in ihrem öffentlichem Auftreten andererseits. Ihr scheinbares Eintreten für „Volksentscheide“ und die „Reformierung“ des demokratischen Systems dienen in unseren Augen nicht einer Stärkung der Demokratie, sondern haben in dieser Weise eingesetzt ihre substantielle Gefährdung zur Folge.

Die AfD sieht in muslimischen und allen anderen in Deutschland lebenden Menschen, die nicht in ihr Deutschlandbild passen, ein Feindbild. Sie lehnt den „Multikulturalismus“, eine angeblich durch Medien erzeugte linke Hegemonie sowie die EU-Bürokratie ab und betreibt eine teilweise schon menschenverachtende Hetze gegen geflüchtete Menschen. Die Auseinandersetzung mit wesentlichen Positionen der AfD macht deutlich, dass diese nicht nur der Wertebasis von Jugendverbänden und Trägern der Jugendarbeit widersprechen, sondern darüber hinaus häufig völkischen Argumentationsideologien folgen und ebenfalls oft den Boden der demokratischen Grundordnung verlassen.

Die AfD zeigt sich in unseren Augen als jugendfeindlich. Sie betrachtet Jugendliche nicht differenziert genug, nimm diese nicht ernst und gibt ihnen nicht den Freiraum, den sie braucht. In ihren Forderungen, z. B. zum Strafrecht, zeigt sich, dass Jugend für die AfD nur in zwei starren Kategorien gedacht wird: entweder betrachten Sie einen jungen Menschen als unmündiges Kind oder als Erwachsenen, der die Konsequenzen seines Handelns zu jeder Zeit voll absehen kann. Damit wird Sie einer zeitgemäßen und differenzierten Betrachtung dieser Altersgruppe nicht gerecht. Damit bevormundet und entrechtet sie junge Menschen, in einer nicht einer Weise, die nicht sachgemäß ist. Jugendliche haben von Anfang an Rechte und bedürfen in ihrer Entwicklung eines besonderen Schutzes – auch vor zu viel Schutz.

Gleichzeitig vertritt die AfD einen Gesellschaftsentwurf, der dem Wiederspricht, was für junge Menschen meist schon selbstverständlich ist. Für uns als im Stadtjugendring Erfurt zusammengeschlossene Jugendverbände und Träger der Jugendarbeit, sind Geschlechtergerechtigkeit, Fremdenfreundlichkeit, Weltoffenheit, die Europäische Idee, Respekt gegenüber anderen Religionen, Identitäten, Familien- und Lebensentwürfen, sexuellen Orientierungen sowie anderer Herkunft seit vielen Jahren wichtige Werte in unserer Arbeit.

Die AfD ist LSBTIQ-feindlich. Die AfD ist Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen-, Trans*-, Inter*- und Queerfeindlich. In verschwörungstheoretischer Manier unterstellt sie, dass eine „laute Minderheit“1 von LSBTIQ beispielsweise direkten Einfluss auf die Lehrpläne habe. Zum anderen suggeriert sie, dass man die sexuelle Identität eines Kindes oder Jugendlicher beeinflussen, „lenken“ oder „Fehlentwicklungen“ gar „heilen“ könne. Derartige Methoden der „Umerziehung“ sind in unseren Augen psychische Gewalt. Die Mitglieder im Stadtjugendring setzen sich für die uneingeschränkte freie Entfaltung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ein, was den Anschauungen und Forderungen der AfD widerspricht.

Die AfD ist gegen Inklusion. Sie lehnt das gemeinsame Lernen und Miteinander von allen Kindern und Jugendlichen ab, weil sie jungen Menschen mit erhöhtem Förderbedarf unterstellt, andere zu beeinträchtigen oder gar zu belasten. Hingegen fußen die Strukturen der Jugendverbände und ihr politisches Handeln auf einem Menschenbild, das die Würde und Einzigartigkeit des Einzelnen in den Vordergrund rückt. Wir begrüßen die Verschiedenheit von Menschen innerhalb unserer Gruppen und streben danach, zur Entwicklung aller jungen Menschen beizutragen. Mit diesem Selbstanspruch geht ebenfalls die Position einher, Inklusion nicht nur in Jugendgruppen zu leben, sondern möglichst alle gesellschaftlichen Bereiche als inklusive zu gestalten.

Hervorzuheben ist auch der Landesverband der AfD Thüringen. Der seit seiner Konstituierung einen stark rechtsnationalen Flügel innerhalb der Bundespartei darstellt. Hier wurde mit der Erfurter Resolution der Grundstein für die Gründung von „der Flügel“ gelegt, in welchem sich rechte Interessengruppen wie z.B. Pegida, Identitäre, Burschenschaften, Patriotische Plattform herauskristallisieren. Zu den Unterzeichnern der Erfurter Resolution gehören neben Björn Höcke, auch weitere Mitglieder der Landtagsfraktion. So auch der Oberbürgermeisterkandidat der AfD für Erfurt: Stefan Möller.